Daniela Brandenberg aus Heiden coacht Menschen, die etwas in Gang bringen wollen und neue Wege beschreiten wollen.
1/1 Daniela Brandenberg aus Heiden coacht Menschen, die etwas in Gang bringen wollen und neue Wege beschreiten wollen.
09.01.2020 13:20

«Sinn macht alles, bei dem man sich eine persönliche Entwicklung verspricht»

Der Jahreswechsel wird von vielen dafür genutzt, um sich gute Vorsätze zu machen. Meist aber sind diese schneller vergessen, als gewollt. Die «Bodensee Nachrichten» sprachen mit Coach Daniela Brandenberg aus Wald. Sie sagt, was getan werden kann, um Vorsätze auch über eine längere Zeit aufrechtzuerhalten und zu erreichen.

Was halten Sie als Coach von Neujahrsvorsätzen? Machen diese Sinn? Haben Sie irgendwelche Empfehlungen für’s Durchhalten?

Daniela Brandenberg: Neujahrsvorsätze kann man besser durchhalten, indem man die Glaubenssätze hinterfragt. Damit merkt man schnell, wie ernst diese Vorsätze gemeint sind. Sinn macht alles, bei dem man sich eine persönliche Entwicklung verspricht. Das beginnt beim Klassiker Abnehmen, dem Rauchstopp, bis hin zum täglichen Meditieren oder den berühmten 10 000 Schritten am Tag. Beim Durchhalten sind die ersten zwei Wochen meistens kein Problem. Dann kommt aber der Wendepunkt, denn ab diesem Zeitpunkt ist der Vorsatz nicht mehr neu und aufregend. Hinzu kommt, dass der Vorsatz vielleicht noch nicht die gewünschte Änderung zeigt und die erwarteten Komplimente ausbleiben. Das macht den Weg frei für die ersten Zweifel. Wer diese nicht überwindet, ist schnell wieder im Alltagstrott. Hier bewährt sich ein Trainer oder Coach. Diese(r) kann helfen, die Zeit zu überbrücken. Man kann sich aber auch an Personen im persönlichen Umfeld wenden, von denen man weiss, dass sie einen aus diesem Loch holen können und bei Bedarf auch werden.

Kommen zu Ihnen auch Leute, die sich etwas vornehmen und dabei mental unterstützen lassen wollen?

Das ist durchaus der Fall. Ich sehe mich darum meist mehr als Trainer. Meine Klienten kommen zu mir, weil Sie wissen, dass wir gezielt auf etwas hin arbeiten. Somit ist das Erreichen des Ziels nur eine Frage der Zeit. Es ist ein wenig wie beim Sport: wenn man nicht trainiert, erreicht man auch das Ziel nicht. Es muss aber in erster Linie auch Spass machen, sich aus der Komfortzone heraus zu bewegen.

Wie kann man sich selbst am besten motivieren?

Indem man sich Gleichgesinnte ins Boot holt. So zum Beispiel beim gesund Essen. Begeistern Sie Ihre Liebsten zu Hause mit gesunden und leckeren Menüs. Grundsätzlich sollte man etwas Neues wagen. Wenn jemand dann entrüstet reagiert, ist man aber gut bedient, nicht gleich aufzugeben. Es gibt aber auch Mitmenschen, die einen einzigen Vorsatz in Angriff nehmen und diesen problemlos bis zum Ziel durchziehen.

Wie hält man bei den guten Vorsätzen durch?

In dem man sich konkrete Schritte festlegt. Am besten macht man dies schriftlich in einem kleinen Notizbuch, das man immer bei sich tragen kann. Dabei ist ganz wichtig, sich für die erreichten Ziele zu belohnen oder sich belohnen zu lassen. Sich von andern belohnen zu lassen, kann sogar doppelt soviel Freude machen. Im heutigen Zeitalter ist es auch praktisch, sich die digitalen Möglichkeiten zu Nutzen zu machen. Lassen Sie sich vom Kalender täglich oder wöchentlich an Ihr Vorhaben erinnern. Auch Fortschritte sollten ab und zu in Erinnerung gerufen werden. Diese helfen, aus einem Tief herauszufinden. Aber genauso unterschiedlich, wie wir Menschen sind, ist auch der Belohnungsmotivator. Dieser ist bei jeder Person anders. Als Coach oder Trainer gilt es, diesen zusammen mit den Klienten herauszufinden. Der Motivator hilft gerade dann , wenn es unbequem wird.

Interview: Marino Walser